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Tanzpraxis II

Moosgarten- und Terrariumrecherche im Rahmen des Tanzpraxis Stipendiums. Ursprünglich sollten großflächige Moosplatten in meinem Atelier für Bühnenelemente und Kostümskizzen gezüchtet werden. Mein Atelierklima stellte sich jedoch leider als viel zu trocken und zu hell heraus. Deshalb begab ich mich auf die Suche nach der bisweilen auch unbeliebten Pflanze zwischen Dachrillen, in kreuzberger Hinterhöfen oder ich bestellte Kokedama (japanische Mooskugeln) online, die ich kaum genug gießen konnte, bevor sie ihre saftige Farbe verloren. Perspektivisch wurden Zimmerterrarien eine produktive indoor Alternative. So lernte ich mehr darüber in Aurélie’s ‘Petite Jungle’ Workshops – es gibt auch  reine Moos-Terrarien, die sogar extrem anspruchslos in der Pflege sind.
Den ganzen Sommer über bearbeitete oder vielmehr ‘skalpierte’ ich den Rasen meines Schrebergartens. Denn Moos wächst wo Gras kämpft, hatte ich gelernt. Wenn Gras keine Photosynthese mehr machen kann, wird es von Moos verdrängt und verwandelt sich langsam in weiche Moosteppiche. Die großflächige Recherche wird dort, in der Uckermark, fortgesetzt.
Parallel dazu baute ich für die  Open Studios der Uferhallen ‘Moosschaukeln’. Platten auf denen Moose ruhten und in einer begehbaren Installation vom Publikum geschaukelt wurden. Wir benutzten Torfmoos um Körperstellen für ein Akt-Shooting zu bedecken und aus den trockneten Resten legten wir Formen, die an geografische Landschaften erinnern.
In letzter Zeit lese ich immer häufiger über diese coole Pflanze, die schon wieder viel zu sehr in Mode gekommen ist. Wahrscheinlich wäre es besser sie einfach in Ruhe zu lassen. Ein Japanischer Moosbauer sagte einmal: ich bin von dieser Pflanze, die es schon lange vor dem Menschen gab und die den Menschen wohl auch überleben wird einfach fasziniert.

Fotos: Haus Sommer. In ropes: Tiana und Eliko.