selbstfesselung-inspiriert von nureki shibari kombiniert mit bandagen

Sometimes I am anxious putting myself into ropes. This time I planned a painful shape, which I experienced before passively, but not on my own. Made a test for the top part and was kinda happy. On shooting day it was the second tie, and tiredness was slowly crawling up. My thigh skin was a little wound. Don’t be whiny, I said to myself, choosing an extra thin rope for the waist part. The bandage allowed me to cheat around the spine, but not much. Wondered what Johannes thought behind his camera, but decided better not to think about. Finally I pulled up my legs, fixed the feed and gently lowered my chest. But there is nothing gentle in this shape. Immediately a heavy bend was forced into my spine and, like always, just a minute for the shooting, if at all. Out of breath and with a red head I pulled myself up. And got stuck. I asked Johannes if he could lift me. Telling by his look, he must have thought I was kidding, or what is this crazy chick doing here! He lifted me.
I felt heavy but could free my feet. And he safely put me down. During the pause we had nuts and orange juice, and got ready for the next round. I remember the ropes got stuck again and it was dramatic. I had tied my hands pulling upward and my waist pulling downward. It was a standing position and I could feel my back getting tired. Johannes hurried again to get the shoot, befor shuffing under a chair to rest on. When the drama was over there was lots of relief and survival fun.

Photo: Johannes Wewetzer

Welt ohne Aussen – Berliner Festspiele

From July 25 – 30 performing with Peter Frost and his group Le Frau. Wrestling with special guest Anna Konda from Marzahn and her fem fight club. Ludmilla Skripkina reviving the feminist Russian revolution at Martin Gropius Bau.
Looking much forward to rope, dance, bewitch you!

The exhibition “Welt ohne Außen” features art works spanning from the late 60s to the present day, together with live works and workshops. For the first time, Gropius Bau is issuing passes that will give permanent access to the exhibition and all its activities, inviting visitors to explore all facets of the show and to actively participate in the daily workshop programme. Read more..

 

Hamlet und Seine Geister (Ballhaus Ost, 19.12.2017)

Eine Besprechung von Stefan Bock – 20. Dezember 2017

⦗…⦘Die Beziehung des Dänenprinzen Hamlet zu seiner Geliebten Ophelia als sadomasochistischen Geschlechterkampf darzustellen, ist nicht so abwegig und sogar auf Stadttheaterbühnen nicht ganz unüblich. Die Frage ist nur, wer hier wen beherrscht. Im Shakespeare‘schen Normalfall ist Ophelia bedauernswerter Spielball der Männer und endet im Wahn als Wasserleiche, während Hamlet seinen eigenen Wahn todbringend ausleben darf und weiter Intrigen spinnt, bis er selbst einer Intrige zum Opfer fällt. Die Geschichte ist bekannt und viel gespielt: „Hamlet ist der Held, der sich in der eigenen Geschichte immer mehr verstrickt und schließlich, wenn er stürzt, die halbe Welt mitreißt – am Ende sind alle tot und es kommt Fortinbras.“ So verkürzt sieht diese Performance den Kampf Hamlets gegen die Mörder seines Vaters, der ihm als Geist erschienen aufträgt, seinen Tod zu rächen.

Im Wege sind ihm dabei nicht nur irgendwelche Geister, sondern vor allem sein eigener Geist, den zu befreien er nicht im Stande ist. Symptomatisch dafür steht sein berühmter Monolog „Sein oder Nichtsein“, in dem der Zweifler zwischen „Des wütenden Geschicks erdulden oder / Sich waffnend gegen eine See von Plagen“schwankt. Wenn aber nun die Pein selbst zur Lust wird, dann können irdische Verstrickungen, oder besser die des Körpers Hülle, auch zur willkommenen Fessel werden. Dasniya Sommer und Florian Loycke spielen dieses Arrangement ganz anschaulich in ihrer Performance durch, wobei auch die Geschlechter- und Abhängigkeitsrollen gewechselt werden. Es entspinnt sich so ein Spiel aus Tanz, Gesang und gegenseitiger Fesselung, wobei sich zu Beginn Florian Loycke in einer relativ ausgetüftelten Hängebondagepartie befindet, bei der er nackt wie ein Jesus zu Karfreitag in den Seilen hängt. Man könnte es auch passend zur Jahreszeit für eine besonders raffinierte Art des Schnürens eines passenden Weihnachtspakets halten.

Dass es hier aber auch um das Ausprobieren einer neuen Identität, um das Spiel mit Manipulation und verabredeten Ritualen geht, zeigt diese mit Masken, Schminke und Kostümen dem japanischen Kabuki oder Nō Theater nahe Performance zunächst recht eindrucksvoll. Das Einfangen des anderen ist immer auch die Fesselung des eigenen Geistes, dem sich der Gefesselte mit seinem Körper stellvertretend hingibt. Leider verzettelt sich dieser mit der Lust am Schmerz arbeitende Abend zusehends in Details. Loyke projiziert mit einem Overheadprojektor Zeichnungen mit Hängebondage-Fantasien, ähnlich denen des Dada-Künstlers und Surrealisten Hans Bellmer, bekannt für seine rätselhaften Fotos von Bondage-Puppen, an die Wand. Das jeweils gefesselte Bunny wird in allerlei Posen fotografiert, oder auch mal der in Südkorea erfundene Gangnam Style des Rappers Psy getanzt. ⦗…⦘

Die ganze Kritik hierballhausost.de