Moosgarten- und Terrariumrecherche im Rahmen des Tanzpraxis Stipendiums. Ursprünglich war geplant großflächige Moosplatten für Bühnenelemente und Kostümskizzen im Atelier zu züchten. Das Raumklima stellte sich dafür leider als zu hell und zu trocken heraus und so begab ich mich auf die Suche zwischen Dachrillen und kreuzberger Hinterhöfen, zunächst dorthin wo das Gewächs oft unbeliebt ist und langsam vor sich hin wächst bis es entfernt wird. Ich bestellte Kokedama (japanische Mooskugeln) online, aber diese konnte man nicht oft genug gießen und schon nach kurzer Zeit verloren sie ihr saftiges Grün. Zimmerterrarien schienen eine realistische Alternative. In den ‘Petite Jungle’ Workshops von Aurélie lernte ich wie simple sich Terrarien gestalten lassen. Man braucht einiges an Material um zu starten, aber das Prinzip funktioniert und seitdem wächst es in kleinen Mengen aber saftig vor sich hin. Für Moosfans gibt es auch Moosarien, besonders pflegeleichte Moos-Terrarien. Weil der Vorgang aber sehr unergiebig ist, schien mir ein weiterer Versuch outdoor sinnvoll. Den ganzen Sommer bearbeitete, bzw. ‘skalpierte’ ich 20 qm2 Rasen unseres Schrebergartens. Denn ich hatte gelernt, dass Moos dort wächst wo Gras kämpft. Wenn Gras also keine Photosynthese mehr machen kann, wird es von Moos verdrängt und die Fläche verwandelt sich langsam in einen Moosteppich. Diese großformatige Recherche setze ich diesen Sommer in der Uckermark fort.
Parallel dazu experimentierten wir mit der Beschaffenheit von Moosen und dessen farblichen Kontrast auf der Haut. Oder im Ramen des Open Studios Weekends mit ‘Moosschaukeln’. Schwebende Platten auf denen Moos ruht und in einer begehbaren Installation vom Publikum geschaukelt wurde. Außerdem waren Besucher*innen eingeladen Formen aus den getrockneten Pflanzenresten zu legen, die an geografische Landkarten erinnern.
In letzter Zeit liest man immer häufig über dieses uralte Gewächs. Wahrscheinlich wäre es das Beste es sich einfach in Ruhe vermehren zu lassen. Ein Japanischer Moosbauer sagte einmal: ich bin von dieser Pflanze, die es schon lange vor dem Menschen gab und die den Menschen wohl auch überdauern wird einfach fasziniert.
Fotos: Haus Sommer. In ropes: Tiana und Eliko.







