Atemkontrolle? Hustenanfall? Pheromoncheck?

In diesem Kontext spielen Sinnlichkeit und Ästhetik der verwendeten Materialien, wie Seile und Kimonostoffe, eine wichtige Rolle. Gleichzeitig geht es um die Erfahrung eines inszenierten Machtverhältnisses zwischen dem Fesselnden und der zu fesselnden Person.

Ich beschäftige mich seit zwei Jahren mit der Nawa Shibari Technik und benutze sie für das Stück Atemkontrolle? Hustenanfall? Pheromoncheck? als Ausgangspunkt für die Materialsuche. Auf der fesselnden Seite begreife ich die Technik als ein handwerkliches Element am lebenden Individuum.

Ich schränke die physische Autonomie eines Menschen ein; in dieser Situation ist er auf meine Seilfertigkeiten und meine empathischen Fähigkeiten angewiesen. Es entstehen Situationen die von Macht und Kontrolle geprägt sind. Fürsorgliche und liebevolle Empfindungen wechseln mit sadistischen Impulsen und Boshaftigkeit. Diese Empfindungen gehören für mich zum ganzheitlichen Gefühlspektrum eines Menschens. Es gilt sie nicht abzuwehren; vielmehr sollen sie sichtbar in die Komposition eingebaut werden. Die devote Person gibt einen Teil ihrer Eigenverantwortlichkeit ab, kommuniziert aber ihre Befindlichkeit mittels Körpersprache und vereinbarten Kodes.

Atemkontrolle? Hustenanfall? Pheromoncheck? 2

In anderen Szenen heben wir die grafischen Eigenschaften der Seile, und die skulpturalen Eigenschaften des Körpers hervor. Es entstehen Bilder im Schweben und unbewegten Ausharrens in der Luft. Im ‘Fliegen’ – was einerseits den bodenlosen Zustand und andererseits die mentale Erfahrung während einer Suspension Bondage beschreibt- verändert sich die räumliche und zeitliche Wahrnehmung, bis hin zu dem Gefühl ihrer Auflösung. Für die hängende Person aber auch für den Zuschauer entsteht ein meditatives Moment.

Man muss sich vorstellen man hängt. Ich beschreibe es als Auflösung, als einen ‘nichts-nahen’ Moment:

Widersprüche wie Aktivität und Passivität, Konzentration und Loslassen, Bewegung und Stagnation werden aufgehoben. Die Annäherung an diesen Zustand verfolgen wir über die Wahrnehmung von Zeit und durch die Bewusstwerdung dessen womit sie gefüllt ist: mit der Überforderung des geistig- emotionalen und des körperlichen Systems, mit biochemischen Reaktionen des Körper in der Luft, dem ständigen Wechsel zwischen einer neutralen beobachtenden und einer beurteilenden Perspektive über den entkleideten, hängenden Körper. Die stille Teilnahme am inneren Dialog vermischen sich mit der mentalen Beschäftigung des Schmerzreizes, der durch die Aufhängung ( Suspension Bondage ) hervorgerufen wird. Aushalten, Verarbeiten oder Umjustieren sind die verbleibenden Möglichkeiten. Durch das gewahr werden dieser Veränderungen suchen wir in den Augenblick zu gelangen, und weder mit dem Körper noch in Gedanken abzuschweifen. Sollte dies doch einmal passieren, so entstehen Momente von Abwesenheit oder Mittelmäßigkeit, die wir für den Zuschauer erkennbar machen und somit lesbar und erfahrbar.

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Musik

Die Dauer der einzelnen Szenen wird von folgenden Kriterien beeinflusst: von der körperlichen Fitness der hängenden Person ( der Energieaufwand, den man benötigt um sich hängend entgegen der Schwerkraft aufrechtzuhalten, ist tagesformabhängig und in jedem Fall hoch ), von den Fähigkeiten den durch Druckreiz entstehenden Schmerz zu verarbeiten und zu verändern ( hier arbeiten wir mit sogennanten Techiken des ‘Painprocessing’s’ nach denen Schmerzen herausfordern, aber nicht zur Tortur werden sollen). Das Arbeiten in diesen Grenzbereichen beeinflusst die Dramaturgie insofern, als dass physische, emotionale erschöpfungsnahe Zustände einem Szenenwechsel Sinn geben.

Sinnbildlich funktioniert die Choreografie als Matrix. Dieses Gebilde verdichtet sich erst im Verlauf des Stückes, wenn wir die richtigen Gesten, Blicke und Aktionen für einander finden. Je unverfälschter uns dies gelingt, desto sinnvoller entwickelt sich der emotionale Spannungsbogen.

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Biographie

In 2010 the Museum of contemporary Art “Kiasma” in Finland presented a participatory Rope Installation as part of the “Theatre Now” Festival.

Most recently, she performed with the Helena Waldmann Company, and was part of the artistic team in Roméo Castellucci’s staging of the opera, Parsifal at La Monnaie | De Munt in Brussels.

Dasniya’s research is strongly influenced by her theoretical studies in philosophy and analytical feminism, which she undertakes at the Humboldt University of Berlin. She reflects on questions of body concepts and ethics in her stage work as well as her teaching.

In her current artistic collaboration with the performer and choreographer Frances d’Ath she examines structural aspects of Shibari, without following traditional notions of gender roles and its fetishised aesthetic.

»Ethische Anarchie«

Damit provoziert er bereits im 19. Jahrhundert Widerspruch. Vor allem aber ist es zu seiner Zeit die permanente und explizite Thematisierung erotischer Begierde, die ihn zu einem problematischen Autor macht.

In Wagner and the erotic Impulse zeigt Laurence Dreyfus, wie Wagner in der Tiefe der musikalischen Struktur eine Sprache sinnlicher Liebe entwickelt. Dreyfus dokumentiert die verstörten Reaktionen zeitgenössischer Hörer, wie etwa von Gustave Stoeckel, einem zukünftigen Professor für Musik. Der berichtet nach der Premiere der Walküre 1876 von einer »ethischen Anarchie« durch das gefährliche »Wecken schlafender Leidenschaften«:

All aesthetics, theory and morals, are chased out of one; one’s breath is bated and the beating of the heart seems to stand still, the whole soul bewitched by an irresistible power…. During the performance, all that is sensual in human nature is wrought up to its wildest activity by the alluringly tempting music 1.

Die Brüsseler Version des Parsifal aktualisiert jene Kontroverse. Die Opernwelt schien nach den inszenierten Massenvergewaltigungen des Regisseurs Calixto Bieito – viel später als das Theaterpublikum – kaum noch moralische Tabus zu kennen. Doch selbst an der um moderne Bilder bemühte Oper La Monnaie gelingt es dem Parsifal Castelluccis auf subtilere Weise für kleine Eklats zu sorgen. Welche Inszenierung kann Zuschauer schon noch derart erregen, dass sie nach der Vorstellung in der Kälte am Künstlerausgang warten, um die Darstellerinnen strittiger Rollen schreiend und derb zu beleidigen?

Anstoß genommen wird am 2. Akt, der nach dem mächtigen Wald des 1. Akts in einem klinisch sterilen weißen Raum spielt. Dort erwartet Klingsor Parsifal als mächtigsten Helden und letzten Gegner. Der Kampf wird nicht mit den Waffen von Rittern geführt, sondern mit erotischer Begierde. Klingsors Schar von feenhaft schönen, lasziven Blumenmädchen versucht, Parsifal zu verführen, so dass dieser seine Keuschheit zugunsten – um den Begriff des 19. Jahrhunderts zu gebrauchen – der Sinnlichkeit aufgibt. So ist es bereits verschiedenen Rittern des Grals und schließlich ihrem König Amfortas ergangen.

»Ethische Anarchie« 3

»Schon eure zahl ist frevel«

Die Inszenierung scheint mit diesem Misstrauen gegenüber der kommerziell korrumpierten Kultur der Massen bewusst zu spielen, indem sie im 3. Akt die Massen auf die Bühnen holt. Während der siegreiche Parsifal heilige Geisteszustände des erwählten Einzelnen durchlebt, gehen eng um ihn herum Hunderte Freiwillige in ordinärer Kleidung, wie eine Massendemo, auf das Publikum zu und verkehren durch ihre Anzahl das Verhältnis von Betrachtern und Betrachteten.

Castelluccis Parsifal ist, das Bühnenbild betreffend, zugleich widersprüchlich und in sich geschlossen: widersprüchlich aufgrund des Nebeneinander barock opulenter und experimentell extrem reduzierter Bilder, in sich geschlossen dank der selbstreflexiven Verbindung des Disparaten.

In der Massenszene des letzten Aktes kehrt gegen Ende die weiße Python zurück und schmiegt sich zwischen den Vielen um Schultern und Hals einer Tänzerin. Als schließlich der Applaus ertönt, haben Publikum und Darsteller einen Opernabend durchlebt, der einigen Mut und Bereitschaft zu ungewöhnlichen Erfahrungen verlangt.

1. Gustave Stoeckel: »The Wagner Festival at Bayreuth« in: The New Englander, New Haven: W. L. Kingsley, vol. 36 (1877), issue 139, S. 276, online unter http://digital.library.cornell.edu/n/nwng/.

Archiv 1

Achtung/ Attention

In Berlin finden vom 28. November bis 11.Dezember keine Kurse statt. Yoga/Shibari Termine im Dezember: Mitttwoch 14. & 21.

No workshops in Berlin from November 28th until Dezember 11th. Workshops in December: Wednesday 14. & 21.

Shibari Technik/ Basics Workshop Berlin

Für jene, die Seiltechniken lernen/weiterentwickeln möchten gibt es am Sonntag den 20. November einen eintägigen Workshop von 14-20 Uhr in der alten Kantine der Uferhallen Kulturwerkstatt. Mehr Infos auf Anfrage.

Adresse: ‘Teatris’, Uferstr. 8-11, 13357 Berlin- Wedding, U8/U9 Pankstr/Osloerstr
Kosten: 40 Euro

Geländeplan

Ma √ 15

On Oct. 5th there will be a showing of round 23 h at Uferhallen Kulturwerkstatt, @ ‘Teatris’ in the old canteen

More information & map

Archiv 7

Yoga & Shibari Weekend Workshop in Brussels

Dates:
2/ 3/ 4 July 2010

Hours:
12 – 6 pm ( one hour break )

Costs:
€120, students and low income €100

Please bring tracksuits, food, and ropes if available. If you don’t own Shibari ropes yet, we will provide them.

Location:
Charleroi/Danses – La Raffinerie
Rue de Manchester 21
B-1080 Bruxelles

Registration: email hidden; JavaScript is required

Neue Termine für Shibari Technik und Yoga

Ab dem 1. Juni 2010 findet die Shibari Technik Klasse jeden Dienstags von 20 – 22 im Buffet – Queer Art Studio statt.

Ort: Schlesische Straße 38
2nd backyard: ‘Mühlengebäude’
First Floor
10997 Berlin Kreuzberg

Yoga findet jeden Mittwoch von 20 – 22 h im Heilehaus statt.

Ort: HeileHaus
Waldemarstr.36
HH / 2. OG
10999 Berlin – Kreuzberg

No Bondage classes this week

Diese Woche ( 12.,13. Mai ) finden keine Bondage Klassen statt.
Nächster Termin ist Mittwoch 19. Mai 2010: Rope Techniques

No Yoga & Bondage classes on Mai 12th,13th 2010.
Next Workshop will be May 19th 2010: Rope Techniques

Location:
“Buffet – Queer Art Studio”
Schlesische Straße 38 II.
HH Mühlengebäude, I OG
10997 Berlin Kreuzberg
U1 Schlesisches Tor

MA√ 15 { idiosyncrasy } || sin x = ly – fx²¯

Eₓₓ = x entfesselt sich selbst

Neben der Konvention ein Fesselritual zu zweit oder zu dritt zu praktizieren gibt es die Möglichkeit den eigenen Körper von der Decke abzuhängen. Dieser Akt wird im Bondage Jargon als ‘Selfsuspension’ – ‘Selbstaufhängung’ bezeichnet, und wird traditionell von Frauen ausgeführt und aufgeführt.

Dabei steht weniger die Sehnsucht nach Vertrauen gegenüber einer fesselnden Person im Vordergrund, sondern vielmehr die Ausführung einer freiheitlich geformten Geste. Einschränkungen werden eigenhändig vorgenommen, genauso wie die Entfesselung selbst gelegter Seile.

Yoga

Details

Nächste Termine: 1.,8.,15.,22., und 29. Februar 2012, Mittwoch

Von 19 – 20.45 Uhr

Unterrichtssprache: deutsch/englisch

Kosten: 10 Euro pro Abend

Fragen und Infos unter email hidden; JavaScript is required

Location:

Teatris Hallenprojekt der Uferhallen // Uferstr 8-11 // 13357 Berlin // U8 Pankstr
U6 Nauener Platz / M27 Pankstr

Von der Badstraße kommend befinden sich die Uferhallen auf der rechten Straßenseite   -> Geländeplan


Archiv 2

Shibari Technique Madrid August

August 27th,28th Saturday&Sunday // 12-18 h // at Laboratorio de Fantasmas
Santiago Estévez 29 3ºD Madrid // Costs 70 €

Language: English/German/Translation to Spanish
More information and registration: email hidden; JavaScript is required
Técnica Bondage Japonés Spanish Text
Shibari Technique English Text

Yoga & Shibari Class Berlin July / August

i) Yoga & Shibari Berlin July:
Two classes in July Wednesday 6th & 27th // 19- 23 h // at Uferstudios, Studio 2
Uferstr 8-11/23 // 13357 Berlin // U8 Pankstr/U9 Osloerstr // Kosten 20/15 €

ii) Yoga & Shibari Berlin August:
Two classes in August Monday 1st & 8th // 19- 23 h // at Uferstudios, Studio 1
Uferstr 8-11/23 // 13357 Berlin // U8 Pankstr/U9 Osloerstr // Kosten 20/15 €

Mehr Information

Archiv 8

Donnerstag 8. April

Der Yoga & Bondage Kurs findet wie gewöhnlich statt. Wissenswert ist allerdings, dass der Unterricht von einem kleinen Kamerateam begleitet wird. ‘Filet Film’ dreht momentan eine Reportage für RTL, über meine Arbeit als Balletttänzerin und das Yoga & Bondage Konzept.

Außerdem werden Frances d’Ath und ich vom ‘London Festival of Japanese Rope Bondage’ erzählen, und gegen 23 h eine 20 minütige Performance zeigen.

Thursday April 8th

Todays class will be filmed by ‘Filet Film’ for a reportage on my work as ballet dancer and the concept of Yoga and Bondage.

Additionally Frances d’Ath and me will be talking about last weekends ‘London Festival of Japanese Rope Bondage’, and show a 20 minute Performance around 23 pm.

Rope Techniques

Jeden Mittwoch Shibari Technik in Kreuzberg
(Letzte Woche des Monats Dienstags zur selben Zeit!)
Mi 20 -22 h
Erster Termin: 17. Februar 2010
Ort: “Buffet – Queer Art Studio”
Mehr Information

Rope Techniques 2

Every Tuesday Shibari Technique 20 – 22 pm I am teaching an additional and regular Shibari class in Kreuzberg (only in the last week of the month we’ll be working on Tuesday!). The focus lies on the technical aspects of Japanese Rope Bondage and on how to tie, untie and suspend a person.

By clearly engaging in the technique we will try to raise our technical levels and see how they can be combined. On a long run, we could think of a staged group situation besides the individual games.

Everybody is welcome, complete beginners and the advanced Shibari fans. We’ll be working in groups of different levels in an easy going space with time to talk, spectate and try.

Bring ropes if possible and sweets to refuel!

10 € per person

Class does not take place at the moment

Kontakt

Adresse:

  • Teatris
  • Alte Kantine
  • Uferhallen Kulturwerkstatt
  • Uferstr 8-11 / 23
  • 13357 Berlin
  • U8 Pankstr
  • U6 Nauener Platz
  • M27 Pankstr

demnächst

Mehr Informationen

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Aktuell

Self Suspension Workshop February

Am Samstag den 11. Februar von 14-20 Uhr. In diesem Kurs behalten alle die Seile in den eigenen Händen. Wir üben quasi Aerial-Multitasking. Dazu gehören Seil- und Atemtechniken mit physischen Intensitäten, Entspannungsmomenten und Kraft zu koordinieren… Knotentechnisch verwenden wir traditionelles, und unseren liebgewonnen Anarchostil*. Kosten 40 Euro. Anmeldung und Info: email hidden; JavaScript is required

Self-Suspension Workshop in February, on Saturday 11th, 14-20 h.
We will take apart the complex act of self- suspension. Coordinating rope technique, strength, breath, relaxation and physical intensities in the air.
Using traditional knots and our beloved anarchic style*.

Costs: 40 Euro. More information and registration: email hidden; JavaScript is required

regular class in berlin February

Mittwochs Yoga & Shibari im Wedding. 1., 8., 15., 29.  Februar, 19-23 Uhr.
Ort: Uferhallen Kulturwerkstatt, Alte Kantine, Teatris, Uferstr. 8-11, 13357 Berlin,
U8 Pankstr/U9 OsloerstrKosten 20/15 Euro
Workshop Text 

Kein Kurs am 22. in dieser Woche unterrichten wir in Finland

Every Wednesday there will be Yoga & Shibari in Berlin-Wedding. February 1., 8., 15., 29. Location: Uferhallen Kulturwerkstatt, Alte Kantine, Teatris, Uferstr. 8-11, 13357 Berlin, U8Pankstr/ U9 OsloerstrCosts: 20/15 Euro
Workshop text english

No class on the 22nd we will be teaching in Finland then

 

Der regelmäßige Mittwochs Kurs läuft im März weiter